WAS WAR EINE WUNDERSCHÖNE ARBEIT, DIE DU MAL GEMACHT HAST? 

 

#Blumengestaltung





#Care-Arbeit


Insbesondere die deutsche Regierungspolitik, die sich den Auftrag der Gleichstellung der Geschlechter in die Verfassung geschrieben hat, müsste daher weiter Konzepte für die Verteilung von Care-Arbeit entwickeln – oder Ideen dafür, wie man sie finanziell bewerten könnte, damit das Großziehen von Kindern Alleinerziehende nicht mehr in die Armut führt oder Frauen, die von ihren Partnern geschlagen werden, nicht aufgrund finanzieller Abhängigkeit bei ihnen bleiben. Damit es eine Option sein kann, die eigene Oma zu pflegen und gleichzeitig die eigene Miete zahlen zu können. Teresa Bücker




#etwas erschaffen


Das Werk unserer Hände verfertigt die schier endlose Vielfalt von Dingen, deren Gesamtsumme sich zu der von Menschen erbauten Welt zusammenfügt. Diese Gegenstände werden gebraucht und nicht verbraucht, das Brauchen braucht sie nicht auf; ihre Haltbarkeit verleiht der Welt als dem Gebilde von Menschenhand die Dauerhaftigkeit und Beständigkeit, ohne die sich das sterblich-unbeständige Wesen der Menschen auf der Erde nicht einzurichten wüsste; sie sind eigentlich die menschliche Heimat des Menschen. Hannah Arendt




#jeder Tag


Die Wahrheit ist: Es gibt keinen Beruf ohne Unannehmlichkeiten. Jede Art von Arbeit, die du liebst, ist nur ein Teil der Arbeit. Manche Menschen können sich glücklich schätzen, wenn sie 50% ihrer Arbeitszeit das tun, was sie lieben, und die andere Hälfte der Zeit für Aufgaben wie Abrechnungen, Steuern, Ansuchen von Förderungen, Ausfüllen von Formularen, Verfassen von Berichten, Auswerten von Statistiken, wuchernde E-Mail-Korrespondenz, Arbeiten an Reklamationen, Kommunikation mit Klient*innen oder Ähnlichem verbringen. In den meisten Fällen liegt der Prozentsatz aber weit darunter, darin sind sich fast alle Karrieren ähnlich. In jedem Job hat man schlechte Tage, jede Arbeit enthält mühsame Tätigkeiten, die erledigt werden müssen. Das wäre ein wahrheitsgemäßer Motivationsspruch. Laura Wiesböck





 

WELCHE REGELN WÜRDEST DU AN DEINEM ARBEITSPLATZ EINFÜHREN, WENN DU EINEN TAG ENTSCHEIDEN KÖNNTEST? 

#Arbeitszeit


„Individualisierung“ heißt das postmoderne Attraktivitätsprogramm, das unsere Heilserwartungen, zumindest aber unsere Ansprüche im Hinblick auf mehr Freiheit, begrifflich zum Ausdruck bringt. Rund um die Uhr, unabhängig vom Datum, vom Wochentag und den Jahreszeiten, wollen wir individuell - und das heißt, je nach Lust, Laune und aktuellem Bedürfnis – einkaufen, uns amüsieren, und - wenn’s denn sein muss – auch arbeiten. All das, was das Leben der Menschen einrahmt, wie etwa Traditionen, gesellschaftliche Konventionen, politische Rahmenbedingungen, religiöse Normen und ethische Wertvorstellungen, alles das wird immer häufiger und lauter als unzulässige Einengungn und Einschränkung von Selbstverwirklichungsansprüchen erlebt. Täuschen wir uns nicht, der Erfolg, des groß angelegten Individualiserungsprogramms wird nicht den Subjekten, er wird den Firmen, den Betrieben, den Ämtern zugute kommen. Diese nämlich betreiben mit dem attraktiven Etikett der Individualiserung und mit den damit einhergehenden falschen Freiheitsversprechen nichts anderes als profitable Rationalisierung. Das heißt, wir erhalten nur jene Freiheiten, die sich für die Institutionen und Organisationen in Geldgewinne transferieren lassen. Völlig aus den Augen - und leider auch aus dem Sinn - scheint dabei der triviale Sachverhalt geraten zu sein, dass die Individualisierung ein gesellschaftlich gesteuerter Prozess ist. Er setzt Gesellschaft als wichtiges Steuerungselement voraus, also jenes Sozialsystem dem man durch Individualisierung eigentlich entfliehen will. Oder sollte möglicherweise die Idee der Individualiserung darin ihre Erfüllung finden, dass sich die Menschen nurmehr durch ihre jeweils eigene Art, hektisch sein zu können und zu dürfen, unterscheiden? Karlheinz Geißler




#Flexibilität


Das Wort »Flexibilität« wurde im 15. Jahrhundert Teil des englischen Wortschatzes. Seine Bedeutung war ursprünglich aus der einfachen Beobachtung abgeleitet, daß ein Baum sich zwar im Wind biegen kann, dann aber zu seiner ursprünglichen Gestalt zurückkehrt. Flexibilität bezeichnet zugleich die Fähigkeit des Baumes zum Nachgeben wie die, sich zu erholen, sowohl die Prüfung als auch die Wiederherstellung seiner Form. Im Idealfall sollte menschliches Verhalten dieselbe Dehnfestigkeit haben, sich wechselnden Umständen anpassen, ohne von ihnen gebrochen zu werden. Die heutige Gesellschaft sucht nach Wegen, Übel der Routine durch die Schaffung flexiblerer Institutionen zu mildern. Die Verwirklichung der Flexibilität konzentriert sich jedoch vor allem auf die Kräfte die die Menschen verbiegen. Richard Sennett




#Vereinbarkeit


Bei den folgenden Überlegungen geht es um die Gerechtigkeit bei der Verteilung von Erwerbsarbeit, Familienarbeit, Gemeinwesenarbeit und Entwicklungschancen. Die politische Kunst liegt in der Verknüpfung der vier Bereiche. Keiner sollte ohne die anderen verfolgt werden, was eine Politik und zugleich eine Lebensgestaltung anzielt, die zu leben umfassend wäre, lebendig, sinnvoll, eingreifend und lustvoll genießend. Dies ist kein Nahziel, nicht heute und hier durchsetzbar, doch kann es als Kompass dienen für die Bestimmung von Nahzielen in der Politik als Maßstab für unsere Forderungen, als Basis unserer Kritik, als Hoffnung, als konkrete Utopie, die alle Menschen einbezieht und in der endlich die Entwicklung jedes Einzelnen zur Voraussetzung für die Entwicklung aller werden kann. Frigga Haug




#Work-Life-Balance


Für einige Familien und Alleinstehende funktioniert der Alltag ohne Überlastung und Stress und auch ohne Hilfe von anderen. Wenn beispielsweise ein Paar jeweils in Teilzeit arbeitet, bleiben noch ausreichend Stunden übrig, um den Haushalt zu organisieren und Zeit mit den Kindern zu verbringen. Eine der entscheidenden Fragen für uns als Gesellschaft ist, wie viele Stunden täglicher Arbeit – egal ob Erwerbs- oder Care-Arbeit – wir als zumutbar für einen Menschen definieren und wie wir ermöglichen, dass die völlig freie Zeit gerechter verteilt wird. Denn wer acht Stunden arbeitet, dazu zwei Stunden pendelt, den Haushalt organisiert und sich dann noch um andere kümmert, dem bleibt wenig freie Zeit. Vielleicht nur die zum Schlafen. Teresa Bücker





 

WELCHE EINSTELLUNG ZUM THEMA ARBEIT MÖCHTEST DU DEINEN KINDERN VERMITTELN? 

#Blumengestaltung





#Care-Arbeit


Insbesondere die deutsche Regierungspolitik, die sich den Auftrag der Gleichstellung der Geschlechter in die Verfassung geschrieben hat, müsste daher weiter Konzepte für die Verteilung von Care-Arbeit entwickeln – oder Ideen dafür, wie man sie finanziell bewerten könnte, damit das Großziehen von Kindern Alleinerziehende nicht mehr in die Armut führt oder Frauen, die von ihren Partnern geschlagen werden, nicht aufgrund finanzieller Abhängigkeit bei ihnen bleiben. Damit es eine Option sein kann, die eigene Oma zu pflegen und gleichzeitig die eigene Miete zahlen zu können. Teresa Bücker




#etwas erschaffen


Das Werk unserer Hände verfertigt die schier endlose Vielfalt von Dingen, deren Gesamtsumme sich zu der von Menschen erbauten Welt zusammenfügt. Diese Gegenstände werden gebraucht und nicht verbraucht, das Brauchen braucht sie nicht auf; ihre Haltbarkeit verleiht der Welt als dem Gebilde von Menschenhand die Dauerhaftigkeit und Beständigkeit, ohne die sich das sterblich-unbeständige Wesen der Menschen auf der Erde nicht einzurichten wüsste; sie sind eigentlich die menschliche Heimat des Menschen. Hannah Arendt




#jeder Tag


Die Wahrheit ist: Es gibt keinen Beruf ohne Unannehmlichkeiten. Jede Art von Arbeit, die du liebst, ist nur ein Teil der Arbeit. Manche Menschen können sich glücklich schätzen, wenn sie 50% ihrer Arbeitszeit das tun, was sie lieben, und die andere Hälfte der Zeit für Aufgaben wie Abrechnungen, Steuern, Ansuchen von Förderungen, Ausfüllen von Formularen, Verfassen von Berichten, Auswerten von Statistiken, wuchernde E-Mail-Korrespondenz, Arbeiten an Reklamationen, Kommunikation mit Klient*innen oder Ähnlichem verbringen. In den meisten Fällen liegt der Prozentsatz aber weit darunter, darin sind sich fast alle Karrieren ähnlich. In jedem Job hat man schlechte Tage, jede Arbeit enthält mühsame Tätigkeiten, die erledigt werden müssen. Das wäre ein wahrheitsgemäßer Motivationsspruch. Laura Wiesböck





 

WIE STELLST DU DIR DEINEN LETZTEN ARBEITSTAG VOR? 

#Angst


Was machen wir also mit der Zeit, die uns nach dem Renteneintritt bleibt? Das ist die Frage, die mehr fordert als der Gedanke an den Kontoauszug. Uns diese Frage wirklich zu stellen, wie wir die Zeit im Alter nutzen, könnte jedoch auch mehr verändern. Ich finde es aus meiner jetzigen Perspektive jedoch die falsche Frage, auch wenn ich aus Autorinnensicht die Aussicht auf den Ruhestand ziemlich gut finden müsste: Ich bekomme endlich ein Grundeinkommen und kann den ganzen Tag schreiben, ohne den Druck zu haben, damit Geld verdienen zu müssen. Doch warum stellen wir uns nicht die Frage, wie wir die Zeit, die wir haben, insgesamt anders nutzen? Es macht mich traurig, dass die Phasen des Lebens so stark voneinander abgegrenzt sind. Sich auf den Ruhestand freuen, um endlich Zeit zu haben für die Dinge, für die vorher keine Zeit war? Für Sachen, die mir Spaß machen, wie zum Beispiel jeden Morgen laufen zu gehen, bin ich dann vielleicht schon zu steif oder zu gebrechlich. Der Ruhestand kann zudem eine neue Art von Stress bedeuten, denn plötzlich sind dort all diese freien Tage, die mit Aktivitäten gefüllt werden müssen, wenn man nicht damit zufrieden ist, jeden Tag ein Buch zu lesen oder darauf zu warten, dass die erwachsene Tochter ans Telefon geht. Wo lernt man eigentlich, eine zufriedene Rentnerin zu sein? Teresa Bücker




#Party


Das gute Leben auf den Zeitraum des Ruhestandes zu schieben, halte ich für eine schlechte Idee. Wir brauchen diese Zeit schon vorher, damit unsere Partnerschaften und Freundschaften überhaupt bis zur Rente halten und wir die langen Gespräche mit unseren Kindern nicht erst dann führen, wenn wir alle schon graue Haare haben. Die Struktur des Erwerbslebens jedoch verschiebt all diese Dinge, die für ein ausgewogenes Leben wichtig sind, in den letzten Abschnitt unseres Lebens. Sie fragt nicht, ob es die beste Lösung sei, die meiste Zeit für Beziehungen, fürs Weltentdecken, für politisches oder ehrenamtliches Engagement, für Hobbys in diese Phase zu legen. Die Älteren »genießen ihren Ruhestand« ist eine häufige Formulierung für die Zeit nach der Erwerbsarbeit. Aber hat Ihnen schon einmal jemand gesagt, Sie sollten die Zeit zwischen 30 und 50 genießen? Teresa Bücker